Aktionstag “Kommunen am Limit”
Bund und Länder müssen angesichts der kommunalen Finanzkrise endlich handeln | #KommunenAmLimit | 5 vor 12
(Meldung vom 22.06.2026)
Bundesweit beteiligen sich heute Städte, Landkreise und Gemeinden am Aktionstag „Kommunen am Limit“, um auf die dramatische kommunale Finanzsituation aufmerksam zu machen – so auch die Stadt Wassenberg. Die drei kommunalen Spitzenverbände – Deutscher Städtetag, Deutscher Landkreistag und Deutscher Städte- und Gemeindebund – haben gemeinsam zu diesem Aktionstag aufgerufen und fordern von Bund und Ländern, endlich entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen.
Die Finanzlage der Städte, Landkreise und Gemeinden ist dramatisch: Das kommunale Defizit lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro – ein historischer Höchststand, Tendenz steigend. Eine Hauptursache sind steigende Sozialausgaben, die die Kommunen bundesgesetzlich leisten müssen, und bei denen in der Vergangenheit der Umfang und die Standards immer weiter erhöht wurden.
Für die Bürgerinnen und Bürger wird die kommunale Finanzkrise direkt spürbar. Und sie betrifft viele kommunale Aufgaben wie z. B. die Instandhaltung von Schulen, Bibliotheken, Schwimmbäder, Kultur- und Sportangebote, den ÖPNV, die Krankenhausversorgung, die Wirtschaftsförderung und viele soziale Angebote.
Dem pflichtet auch die Stadt Wassenberg bei. Kämmerer Marcel Winkens erklärt: „Auch die Stadt Wassenberg bleibt trotz solider Ausgangssituation und nachhaltiger Finanzplanung von den Folgen dieser dramatischen Entwicklung nicht verschont. Die Städte und Gemeinden dürfen am Ende der Kette nicht alleine gelassen werden.“ Bürgermeister Marcel Maurer ergänzt: „Durch immer größer werdende Fremdbestimmung – ohne, dass für eine entsprechende Finanzierung gesorgt wird – werden die Kommunen absehbar in ihre Handlungsunfähigkeit getrieben. Aufwendige und zudem überzeichnete Förderprogramme ersetzen keine auskömmliche Grundfinanzierung, die eine selbstbestimmte wie zielgerichtete Entwicklung erst ermöglichte. Wir tun jedoch unser Bestes, dies nicht zum Problem unserer Bürgerinnen und Bürger werden zu lassen.“
Die Kommunen und ihre drei kommunalen Spitzenverbände fordern deshalb von Bund und Ländern:
• Das kommunale Finanzierungsdefizit muss vollständig beseitigt werden. Dies kann über eine jährliche Soforthilfe, eine Erhöhung des kommunalen Anteils an den Gemeinschaftssteuern sowie notwendige Reformen in den sozialen Sicherungssystemen geschehen.
• Der Grundsatz „Wer bestellt, bezahlt auch“ muss sofort für jede Aufgabenübertragung oder -ausweitung von Bund und Ländern gelten – mit einem vollständigen finanziellen und dynamisierten Ausgleich für alle Aufgaben, die den Kommunen von Bund und Ländern übertragen werden.
Die kommunale Finanzkrise ist nicht abstrakt. Sie ist sehr konkret vor Ort spürbar. Bund und Länder müssen handeln, damit der Staat vor Ort für seine Bürgerinnen und Bürger handlungsfähig bleibt.
Weitere Informationen zum Aktionstag finden Sie auf der Seiten der Kommunalen Spitzenverbände.
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